15.11.2009 - Feuertaufe mit Höhen und Tiefen

Am gestrigen Samstag war es endlich so weit: nach 5 Jahren stand ich zusammen mit meinem Co-Pilot Patrick Weber wieder am Start einer Rallye. Patti kenne ich nun seit ebenso guten 5 Jahren und wir waren uns einig, wir müssen mal zusammen fahren. Als Feuertaufe hatte ich mich für das High Forest Rallye Festival entschieden. Die Argumente für die Rallye lagen auf der Hand: Schotter, Schotter, Schotter. Für das erste Mal nach so langer Zeit wollte ich lieber auf Schotter fahren, denn da habe ich im Grenzbereich mehr Sicherheit und man kann das Auto besser retten, wenn es denn mal zu schnell gewesen sein sollte.

 

Eins vorweg: es war ein wirklich gelungenes Wochenende und die High Forest Rallye eine super Veranstaltung. Im Vorfeld war ich schon ziemlich nervös. Arbeiten Patti und ich gut zusammen? Wie fährt sich ein Hecktriebler unter Wettbewerbsbedingungen? Kann ich die Infos des Co-Piloten noch verarbeiten? Und als EX-WM Fahrer waren die Erwartungen natürlich bei vielen Leuten trotz der langen Pause recht hoch. Nun ja, letztendlich war alles dabei, was Rallye ausmacht. Wunderschön.

WP 1:
Wir waren gefühlt richtig flott unterwegs, es lief ganz gut, bis ca. 500m vor dem Ziel eine Sprungkuppe kam. Vorher ging es bergab, 4. Gang drin. Ich hab leicht gelupft und wollte die Kuppe an der flachsten Stelle ganz links erwischen. Doch der Split auf der Strafe ließ das Auto untersteuern und wir rutschten quasi mit leicht eingeschlagenen Vorderrädern etwas quer auf die Kuppe zu, welche uns dann so richtig ausgehebelt hat -> 360° Drehung, Motor aus. Motor gestartet und weiter ging es, hat aber halt ne Menge Zeit gekostet. Aber egal, es war nochmal gut gegangen.

WP 2:
Schon am ersten Berg merkten wir, dass irgendwas nicht stimmte. Der Motor zog nicht richtig. An einem weiteren Bergaufstück ist der Motor dann abgesoffen. Wir mussten mehrmals auf der WP anhalten, Motor aus, Motor an usw. Irgendwie retteten wir uns letztendlich über die Prüfung. Nach der WP wechselten wir dann die Benzinpumpe -> der "orangene Teufel" lief wieder ganz normal. Juhu. Der Motor und / oder die Pumpe muss wohl Wasser gezogen haben. Nun ja, wir mussten dann halt einen enormen Zeitverlust hinnehmen und starteten dadurch sehr weit hinten im Feld. Aber das war auch zweitrangig, denn es konnte weiter gehen.

WP 3:
Die WP verlief dann ohne Probleme. Und die Zeit war gut: 3te in der Klasse, welche mit 27 Startern am stärksten besetzt war (jede Menge 318is, ein paar 320is, Honda Civic Type R, Opel Astra GSI, usw.) und eine 2te Zeit im 318is Cup, 1,8 Sekunden langsamer als der diesjährige fünfmalige Cup-Sieger Günther Werner - wir waren happy.

WP 4:
Auch super. Wieder eine 3te Zeit in der Klasse und im Prinzip Cup-Bestzeit, wenn man nur die in der RG318IS eingeschriebenen Teams zählt. EX-Cup-Meister Jörg Dörre im 318is war 1,4 Sek schneller.

WP 5:
Wie gesagt starteten wir durch die Probleme in WP 2 erst am Ende des Feldes, weshalb die Dämmerung einsetzte und schon sehr weit fortgeschritten war. Wir hatten allerdings nur normales Abblend- / Fernlicht an Bord. Nun gut, es lief wie geschmiert. Wir waren wirklich flott unterwegs. Doch dann liefen wir auf einen anderen BMW auf, ausgerechnet auf einer schmalen Geraden bergab. Er verschmutzte uns die Scheinwerfer, woraufhin wir und die Kamera an der Stoßstange nix mehr sehen konnten. Leider war nicht direkt genug Platz um vorbei zu fahren, daher mussten wir stark abbremsen. Hat ein paar Sekunden gekostet und den Rest der Prüfung (knapp 3km) war dann ohne Licht schon ein heißer Ritt mit dem Teufelchen. Die Zeit war trotzdem gut: nochmals 3te Zeit in der Klasse und wieder "Cup-Bestzeit". Der schnellste in der Klasse, ein 320is, war auf den 7,6km nur 1,4 Sek schneller. Wir waren wieder glücklich.

Im Ziel-Park ist uns dann noch die Getriebestange gebrochen, genau beim Abstellen des Fahrzeugs und 3 Stunden später sprang der Wagen beim Aufladen nicht mehr an... Die Benzinpumpe war fest. Es scheint, als wäre Wasser in den Tank eingedrungen und das bisschen Wasser, welches die Pumpe gezogen hat, ließ diese in den 3 Stunden ein wenig Anrosten, worauf sich bei der Pumpe nichts mehr bewegte... Aber gut, jetzt wissen wir wenigstens, dass wir da nochmal ran müssen vor nächstem Jahr. Wir werden der Sache aber noch einmal ganz genau auf den Grund gehen.

Alles in allem also eine gute Veranstaltung mit Höhen und Tiefen. Ich möchte mich an dieser Stelle recht herzlich bei Patti bedanken. Wir hatten eine Menge Spaß zusammen, so wie es sein soll. Er hat super vorgelesen und ich konnte ihm blind vertrauen, perfekt! Ein riesen Dank gilt aber auch unserer Crew, die das Auto wirklich perfekt vorbereitet hingestellt haben.

 

Ich freu mich schon sehr auf die Cup-Saison nächstes Jahr!

Anbei noch die Ergenisse, ein paar Bilder und ein Video von WP 5. Sorry für den schlechten Ton - der Schotter ist schuld.

 

 

Euer Basti